Beschreibung:
TERRÆ NUOVÆ
Transformative Raumidentitäten einer Lagunenstadt Museo culturale del Delta: Ein Kulturzentrum für Comacchio
Der Mensch formt seine Umwelt und wird gleichzeitig von ihr geprägt. Diese Wechselwirkung hat die Entstehung von Kulturlandschaften und Lebensweisen zur Folge, die in einem unmittelbaren Zusammenhang mit einem konkreten Ort stehen. Die Lagunenstadt Comacchio wurde durch Umweltfaktoren sowie die Entwicklung von Wirtschaft und Gesellschaft geprägt, was eine spezifische Typologie und Morphologie ihrer Architektur und ihres Städtebaus hervorbrachte. Mithilfe einer historischen Aufarbeitung der Baugeschichte der Stadt sollen ihre Raumidentitäten analysiert werden. Anfang des 20. Jahrhunderts führte die herrschende Arbeitslosigkeit dazu, große Teile der Valli, die traditionellen Lagunenbecken für die Fischzucht, trockenzulegen, zu rekultivieren und als landwirtschaftliche Flächen zu nutzen. In der Folge verschwand ein Großteil des lange die Region prägenden Landschaftsbildes. In der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts gewann insbesondere der Tourismus an wirtschaftlicher Bedeutung für die Kommune. Die Valli bieten heute durch ihre wesentlich extensivere Nutzung und ihr einzigartiges Ökosystem ein wichtiges Habitat für Wasser- und Zugvögel. Das weitläufige Gebiet des Po-Deltas ist ein Natura-2000-Biosphärenreservat und seit 2015 auch ein UNESCO Biosphärenreservat. Die Stadt Ferrara und das Po-Delta, in dem auch Comacchio liegt, wurden 1995 zum UNESCO-Weltkulturerbe erklärt.